Prüfe das Wetter für die Straßen, die du fahren wirst, zu den Zeiten, zu denen du dort ankommst. Ein trockener Start und ein sonniges Ziel schließen Regen unterwegs nicht aus. Rechne Pausen ein und prüfe auch die Rückfahrt.
Du kannst eine Karte und stündliche Vorhersagen nutzen oder eine Streckenwetter-App, die Orte und Zeiten zuordnet. Beginne in beiden Fällen mit amtlichen Warnungen und geh dann die Fahrt der Reihe nach durch.
1. Prüfe zuerst amtliche Warnungen
Schau bei den offiziellen Wetterdiensten und Straßenbehörden der Regionen nach, die du durchquerst. Ein gesperrter Pass oder eine Warnung vor Fahrten kann die Entscheidung schon klären, bevor du Vorhersagen vergleichst.
Prüfe die gesamte Route. Für Deutschland findest du die amtlichen Warnungen beim DWD. In Europa bündelt Meteoalarm die amtlichen Warnungen der teilnehmenden Wetterdienste. Öffne jede relevante Warnung und schau, wo und wann sie gilt und welche Handlung sie empfiehlt. Setze Lesezeichen für diese Seiten, damit du vor der Abfahrt noch einmal nachsehen kannst.
Nutze MotoMeteo bei der Planung zusammen mit diesen Warnungen und aktuellen Straßeninformationen.
2. Wähle deine Straßen und die Abfahrtszeit
Leg fest, welche Straßen du fährst und wann du loskommst. Rechne dann Tankstopps, Mittagessen und andere Pausen ein, die deine Ankunft an späteren Abschnitten verschieben.
Gib die Route in MotoMeteo ein oder importiere eine GPX-Datei aus einem anderen Planer. Die App schätzt, wann du Punkte entlang der Fahrt erreichst, und zeigt die Vorhersage für diese Zeiten.
Unsere Anleitung für Calimoto und Kurviger erklärt Export und Import. Stell für diese Fahrt eine neue Abfahrt ein, unabhängig von alten Zeitstempeln in der Datei. Nach einer langen Mittagspause oder Übernachtung prüfst du die nächste Etappe separat mit eigener Abfahrtszeit.
Beispiel: zwei Stunden Fahrt mit 30 Minuten Pause
Hier eine erfundene Vorhersage für eine Tour mit zwei Stunden Fahrt und einer halben Stunde Pause im Café. Insgesamt bist du zweieinhalb Stunden unterwegs.
| Streckenabschnitt | Erwartete Uhrzeit | Beispielvorhersage | Was du prüfen oder tun kannst |
|---|---|---|---|
| Start zu Hause | 09:00 | Trocken, 12°C | Prüfe auch die Hügel, obwohl es zu Hause trocken ist. |
| Ungeschützte Brücke | 09:40 | Zunehmende Böen | Prüfe Böen und ob eine andere Querung helfen würde. |
| Café-Pause | 10:00–10:30 | Trocken | Rechne die ganze Pause in die späteren Ankunftszeiten ein. |
| Höher gelegene Straßen | 11:00 | 8°C; Regen ab 10:45 erwartet | Halte warme Kleidung und Regenschutz vor dem Anstieg bereit. |
| Ziel | 11:30 | Trocken, 15°C | Packe für den kalten, nassen Abschnitt ebenso wie für das trockene Ziel. |
Ohne Café-Pause würdest du die höher gelegenen Straßen um 10:30 erreichen, vor dem vorhergesagten Regen. Mit Pause kommst du um 11:00 dort an, nach dem erwarteten Regenbeginn. Prüfe die Etappe nach der Pause mit eigener Abfahrtszeit. Fahr nicht schneller, um dem Regen zuvorzukommen.
3. Suche nach Wetter, das die Tour ändern könnte
Du musst dir nicht jede Zahl merken. Suche nach Stellen, an denen du deinen Plan vielleicht ändern musst:
- wo Regen beginnen oder stärker werden soll;
- wo anhaltender Wind oder Böen zunehmen;
- wo Nebel oder starker Niederschlag die Sicht einschränken;
- wo es kalt genug für eine zusätzliche Schicht wird oder du auf Eis achten solltest;
- wo tief stehende Sonne, gemeldete Fahrbahnprobleme oder Gewitter Aufmerksamkeit verlangen.
Öffne die Vorhersagen rund um diese Stellen. Wie viel von der Route ist betroffen, wie lange soll es dauern und wann bist du dort?
4. Lies Regenwahrscheinlichkeit zusammen mit Zeitpunkt und Menge
Der US-Wetterdienst NWS erklärt Regenwahrscheinlichkeit als die Chance auf Niederschlag an einem bestimmten Ort während eines angegebenen Zeitraums. Der Prozentwert allein sagt dir nicht, wann der Regen kommt oder wie stark er wird.
Prüfe Vorhersagezeitraum und Regenmenge zusammen mit dem Prozentwert. Regen auf einem anspruchsvollen Bergabschnitt kann deinen Plan stärker beeinflussen als Regen nach der Ankunft im Hotel. Unser Leitfaden zur Regenwahrscheinlichkeit erklärt die Zahlen genauer.
5. Prüfe Wind auf ungeschützten Straßen
Schau neben der durchschnittlichen Windgeschwindigkeit auch auf Böen und Windrichtung. In einem geschützten Ort und auf einer nahen Brücke kann sich die Fahrt ganz anders anfühlen. Achte besonders auf offene Felder, Küstenstraßen, Pässe und Lücken zwischen geschützten Bereichen.
Der britische Highway Code warnt, dass Böen Motorradfahrer auf ungeschützten Straßen und Brücken von der Spur abbringen können. Er weist auch auf Verwirbelungen durch große Fahrzeuge hin.
Es gibt keine Windgeschwindigkeit, die für jeden Fahrer, jedes Motorrad und jede Straße sicher ist. Wenn dir ein ungeschützter Abschnitt unangenehm vorkommt, prüfe eine geschütztere Route oder verschiebe die Tour. Unser Leitfaden zur Windplanung erklärt, was du vergleichen kannst.
6. Plane Kleidung für den kältesten und nassesten Abschnitt
Im Beispiel sind es am Ziel 15°C, aber auf den höher gelegenen Straßen 8°C bei Regen. Wähle Kleidungsschichten und Handschuhe für diesen kälteren Abschnitt und berücksichtige, wie lange du dort fährst.
Verstaue Regenkleidung und zusätzliche Schichten so, dass du sie erreichst. Unter dem restlichen Gepäck helfen sie dir wenig, wenn der Regen losgeht.
7. Vergleiche realistische Alternativen
Wenn ein Teil der Tour unangenehm aussieht, probiere einen anderen Plan:
- Wähle eine frühere oder spätere Abfahrt, die in deinen Tag passt.
- Prüfe die gesamte Route für diese Startzeit neu.
- Achte auf die Nachteile: Weniger Regen könnte später stärkere Böen bedeuten.
- Probiere eine geschütztere Straße, wenn Wind das Problem ist.
- Verschiebe die Fahrt, wenn Warnungen oder Bedingungen es verlangen.
MotoMeteo PRO kann Abfahrten innerhalb eines gewählten Zeitfensters vergleichen. Prüfe die Details der vorgeschlagenen Möglichkeit, einschließlich der nassen oder windigen Abschnitte, die sie noch enthält.
Gib der Rückfahrt eine eigene Abfahrtszeit und Prognose. Unser Leitfaden für Hin- und Rückfahrt zeigt, wie du beide Hälften einer Tagestour oder Pendelfahrt prüfst.
8. Prüfe vor der Abfahrt erneut
Prüfe Warnungen, aktuelle Bedingungen und die Streckenprognose kurz vor der Abfahrt erneut. Regen kann früher oder später kommen als erwartet. Beachte unterwegs Schilder und Sperrungen und reagiere auf die Bedingungen vor dir.
Schau dir die Vorhersagebildschirme vor dem Losfahren oder bei einem sicheren Halt an.
Vor der Abfahrt solltest du wissen, welcher Abschnitt die meiste Aufmerksamkeit braucht, wann du dort ankommst und was du bei schlechterem Wetter tun wirst. So hast du einen Plan, den du unterwegs nutzen kannst.